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Nokia kauft sich im mobilen Internet ein

By on 24. Juni 2008

Betriebssystemhersteller Symbian zu 100 Prozent übernommen.

Im Geschäftsfeld der internetfähigen Handys bahnt sich ein „Krieg der Kartelle“ an, wie man ihn etwa beim Nachfolger der DVD (Blu-Ray) erlebt hat. Während Google das Handy-Betriebssystem Android propagiert, will Nokia nun durch die Übernahme von Symbian in diesem Bereich gegenhalten. Dabei wird dem finnischen Konzern zu Gute kommen, das er weltweit auf dem Handymarkt einen Anteil von vierzig Prozent hält. Um auch bei Smartphones (das sind Handys mit erweitertem Funktionsumfang) mithalten und etwa Apple mit seinem iPhone Paroli bieten zu können, hat Nokia nun zusammen mit Sony-Ericsson, Motorola, LG und anderen eine Stiftung ins Leben gerufen, die die Verbreitung von Symbian fördern soll.
Noch stellt sich aber die Frage, ob das mobile Internet tatsächlich zum „next big thing“ avanciert. Denn bislang werden die Services von den Nutzern kaum angenommen. Das Beratungsunternehmen Accenture veröffentlichte zu diesem Thema jüngst eine Studie. „Mobile Web Watch 2008“ ergab, dass von 26 Millionen Besitzern internetfähiger Smartphones nur 3 Millionen diese Funktionalität auch tatsächlich regelmäßig in Anspruch nehmen. Die Macher der Studie begründen dies damit, das die im Internet angebotenen Dienstleistungen noch nicht auf die mobile Nutzung eingestellt seien. Zudem werden die Kunden nach wie vor durch zu hohe Kosten für den Datentransfer aufs Handy abgeschreckt (presseportal.de).
Was der Aufkauf von Symbian für die Gewinnentwicklung des finnischen Unternehmens auf kurze Sicht bringen wird, steht also noch in den Sternen. Momentan sieht es eigentlich nicht so rosig aus. Denn auf dem US-amerikanischen Markt, traditionell eine Achilles-Ferse von Nokia, wird eine verminderte Steigerung des GEwinns von nur noch 10,1 Prozent erwartet (Piper Jaffray, aktiencheck.de).  Auch auf dem Weltmarkt insgesamt zeigen sich Sättigungserscheinungen, so dass der Absatz in der nächsten Zeit stagnieren könnte. Die Kursentwicklung der Nokia-Aktie in den letzten Wochen war entsprechend dürftig.

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