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Hätten Sie es gewusst? So hoch ist das Durchschnittseinkommen in Deutschland

By on 19. November 2021
Einkommen

Alle Jahre wieder ermittelt das Statistische Bundesamt (Destatis), wie viel die Arbeiter und Angestellten des Landes im Jahresdurchschnitt verdienen. Finanzdienstleister, Beschäftigte von Energieversorgern und Medienfachleute lagen dabei im Jahr 2020 ganz vorn.

Fast 4.000 Euro brutto im Monat

Laut der Destatis-Statistik betrug das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen eines Vollzeitbeschäftigten im letzten Jahr 3.975 Euro, exklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie weiteren Sonderzahlungen. Jährlich sind das 47.700 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sank das Durchschnittsgehalt um 228 Euro.

Allerdings gibt es große Unterschiede bei der Verteilung des Einkommens: Die Branche und das Geschlecht spielen hierbei eine große Rolle.

Die höchsten Verdienste nach Branchen

Im letzten Jahr wurde in den Bereichen „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ „Energieversorgung“ und „Information und Kommunikation“ die höchsten Jahresgehälter gezahlt. Per anno erhielten Arbeiter und Angestellten der Finanz- und Versicherungsdienstleister 80.030 Euro brutto, gefolgt von denen im Energiesektor mit 71.738 Euro. Auf Platz drei kamen mit 69.518 Euro die Vollzeitbeschäftigten aus der Informations- und Kommunikationsbranche.

Mitarbeiter aus „freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ landeten mit durchschnittlich 66.852 Euro brutto per anno auf dem vierten Rang, und die des „Grundstücks- und Wohnungswesens“ erreichten mit 57.543 Euro noch die Top 5.

Das Schlusslicht der Destatis-Untersuchung bildet hingegen das „Gastgewerbe“: Hier wurden den Mitarbeitern im Mittel lediglich 25.705 Euro jährlich gezahlt.

Großes Einkommensgefälle

Das Gefälle beim Einkommen wird auch deutlich, wenn man sich die einzelnen Branchen aus den verschiedenen Bereichen betrachtet. Laut Destatis-Zahlen bezahlt die Branche „Gewinnung von Erdöl und Erdgas“ mit 6.206 Euro am besten, gefolgt von der „Kokerei und Mineralölverarbeitung“ mit 6.065 Euro.

Den dritten Rang belegen die „Rundfunkveranstalter“, die im Monatsdurchschnitt 5.859 Euro brutto einstreichen. Das „produzierende Gewerbe und der Dienstleistungsbereich“ fallen auf dem vierten Platz mit 3.975 Euro spürbar ab und bilden gleichzeitig den Gesamtdurchschnitt der Destatis-Studie ab.

Den drittletzten Rang belegt die „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“, mit 2.380 Euro. Die Branche „Beherbergung“ kommt mit 2.054 Euro auf den vorletzten Platz. Die „Gastronomie“ nimmt mit 2.047 Euro den letzten Platz im Ranking ein.

Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer

Die Gleichberechtigung in Bezug aufs Gehalt lässt in Deutschland weiter auf sich warten. So haben die Experten des Statistischen Bundesamtes herausgefunden, dass Frauen im letzten Jahr 18 Prozent weniger verdient haben als ihre männlichen Arbeitskollegen. Beim Stundenlohn waren das im Durchschnitt 18,62 Euro brutto, das sind 4,16 Euro weniger als bei den Männern (22,78 Euro).

Dabei sind es gerade die Frauen, die bisher besonders von Altersarmut bedroht sind, wenn sie nicht genug verdienen. Laut eines Beitrags auf der Xing-Seite des Finanzdienstleisters tecis droht ihnen die Gender-Pension-Gap. Unter diesem Begriff versteht man die Lücke zwischen den durchschnittlichen Rentenbezügen der Rentnerinnen und Rentner Deutschlands.

Sie betrug nach Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung im Jahr 2019 fast 49 Prozent, so der tecis-Artikel. Beim Ermitteln dieses Prozentsatzes wurden alle Säulen der Alterssicherung berücksichtigt, also auch die betriebliche und private Alterssicherung.

De facto haben Frauen im Alter also nur halb so viele Euros zur Verfügung wie Männer. Das hat gleich mehrere Gründe: Neben dem niedrigen Verdienst im Erwerbsleben gehören Elternzeiten, lange Erwerbsperioden in Teilzeitjobs und Auszeiten zur Pflege von Familienangehörigen dazu. Deshalb ist es laut tecis-Beitrag für erwerbstätige Frauen von heute wichtiger als je zuvor, unabhängig privat vorzusorgen.

Bildnachweis: Pixabay, 2518389, Alexas_Fotos

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