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Wertpapiere – Urkunde des privates Rechts

By on 5. Mai 2009

Wir Deutschen waren noch nie wirkliche Fans von Wertpapieranlagen. Beizeiten war subjektiv der Sparstrumpf unter dem Kopfkissen die vermeintlich bessere Alternative, besonders in Zeiten der Krise. Wen wundert es da, dass in diesen Monaten mal wieder die Geldanlage in Wertpapieren einen herben Imageverlust hinnehmen muss, und dass obwohl gerade deutsche Wertpapiere im Ausland oft sehr hohes Ansehen genießen.

Zur Zeit sitzen die Banken auf einem Berg von nicht mehr handelbaren Wertpapieren, die ein Finanzvolumen besitzen, wie es fast an die gesamte deutsche Staatsverschuldung heran reichen könnte. Wie kann etwas, das die Bundesregierung nun in eine Bad Bank auslagern will, um der Finanzkrise zu begegnen, noch eine sichere Anlage sein?

Die Antwort darauf bleibt den Finanzexperten vorbehalten. Schon in den 1920ern haben in den USA Millionen Menschen auf Wertpapiere vertraut und beinahe alles verloren, was sie hatten, mitunter auch ihr Leben. Sicherheit in Geldgeschäften gibt es auch heute nicht.

Ohne Risiko keinen Gewinn. Jeder kennt Aktien, Zertifikate und Staatsanleihen, und alle sind Wertpapiere. Doch was ist das eigentlich, ein Wertpapier?

Wertpapiere sind Urkunden, die privates Recht verbriefen

Genaugenommen ist ein Wertpapier eine Urkunde, die ein privates Recht, beispielsweise eine Teilhabe an einer Kapitalgesellschaft, verbrieft. Ohne diese Urkunde gibt es auch keinen Rechtsanspruch.

Im schweizerischem Recht ist die Definition von Wertpapieren relativ schlüssig formuliert.

„Wertpapier ist jede Urkunde, mit der ein Recht derart verknüpft ist, dass es ohne die Urkunde weder geltend gemacht noch auf andere übertragen werden kann.“ [OR, Art. 965]

Verbrieft sind demnach Forderungsrechte, Beteiligungsrechte, Sachenrechte und Optionenrechte. Zu den Wertpapieren gehören Aktien, verzinsliche Wertpapiere, Anteile, Optionen, Wandelanleihen, Schecks und Zertifikate. Theoretisch könnte man auch eine Briefmarke als Wertpapier bezeichnen, die letztendlich ein Recht auf eine Dienstleistung verbriefen. Banknoten sind in der Regel jedoch kein Wertpapier, da sie als Zahlungsmittel seit Mitte der 70er nicht mehr direkt durch den Goldvorrat des Staates gedeckt sind.

Wertpapiere als Anlagen sind mit unterschiedlichen Risiken behaftet

Wertpapiere als Anlagemodelle sind grundsätzlich je nach ihrer Art mit einem unterschiedlich hohem Risiko und damit auch mit unterschiedlich hoher Gewinn- und Verlustmarge behaftet. Aktien beispielsweise sind stark an die wirtschaftliche Entwicklung gebunden und können binnen eines Handelstages theoretisch enorme Verluste aber auch Gewinne bringen. Sicherer sind da auch heute noch festverzinsliche Wertpapiere, die vom Staat garantiert werden, wie beispielsweise Bundesanleihen.

Nicht zwangsläufig sollte man in Krisenzeiten die Finger von Wertpapieren lassen. Aber es ist sicherlich noch größere Vorsicht als ohnehin schon geboten, auch wenn niedrige Aktienkurse baldige Gewinne versprechen.

One Comment

  1. hajue

    30. November 2009 at 21:43

    Man beachte zudem das Vetorecht *g*

    Ich frage mich, ob die Mehrheit der Privatanleger überhaupt weiß, was eine Aktie ist.

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