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Mögliche Erholung auf dem Hypothekenmarkt

By on 27. Februar 2008
Mögliche Erholung auf dem Hypothekenmarkt

Der Kreditanbieter Fannie Mae darf mehr auf dem Hypothekenmarkt investieren. Das könnte den Marktwert für Hauskredite deutlich steigern.

Der eigentlich unter dem Namen „Federal National Mortgage Association“ firmierende Investor hat es sich zur Aufgabe gemacht, privaten Hausbesitzern in den USA bezahlbare Kredite zu verschaffen. Bislang schränkte die zuständige Regulierungsbehörde jedoch das Gesamtvolumen dieser Kredite stärker ein. Die heute bekannt gewordene Aufstockung des Investitionsvolumens bedeutet, dass einige Milliarden Dollar mehr in amerikanische Hypotheken investiert werden.

Damit wird die Ursache der Kreditkrise, nämlich der rapide Verfall des Marktwertes von Hypothekenkrediten im Allgemeinen, möglicherweise gelindert. Daher erwarten viele, dass diese scheinbar unbedeutende Maßnahme die Aktienmärkte im Allgemeinen positiv beeinflussen könnte. Denn nach wie vor haben viele Finanzinvestoren große Geldsummen in Hypothekenkrediten angelegt. US-Notenbankchef Ben Bernanke forderte auch umgehend, dass die neu gewonnenen Investitionsmöglichkeiten genutzt werden sollten. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch gab er darüber hinaus wenig Hoffnungen zu erkennen, dass sich der Immobilienmarkt in der nächsten Zeit erholen könnte. In dem Maße, indem die wirtschaftlichen Probleme in den USA eine Eigendynamik bekommen haben, könnten Rezessionsängste einen negativen Effekt auf den Häusermarkt haben.
Für Aktieninhaber von Fannie Mae ist die momentane Entwicklung ohnehin ein schwacher Trost: Die Aktie befindet sich seit 2001 im stetigen Abwärtstrend und ist im letzten Herbst von 67 $ auf nunmehr 28 $ abgestürzt. Der Immobilienmarkt in den USA ist wohl schon seit Längerem ein heißes Eisen.


Bildquelle: Thinkstock, 470719831, iStock, AlexRaths

4 Comments

  1. Pingback: Fannie Mae darf mehr auf dem Hypothekenmarkt investieren • Börsennotizbuch

  2. Florian Maier

    7. März 2008 at 12:09

    Hallo Felix,

    Dein Artikel hat einige Interessante Facts zur Krise in den USA und den Hypothekenfinanzierern. Leider hat uns die Kreditkrise ja weiter fest im Griff. Über die Ursachen dafür lässt sich trefflich streiten. Meines Erachtens spielt dabei auch die Kreditvergabe in den USA eine entscheidende Rolle (einen Artikel von mir zu dem Thema ist unter http://www.sharewise.com/news_articles/211-Subprime-Monoliner-Kreditkrise verfügbar). Anders als in Europa üblich werden dort Kredite mit kurzen Zinsbindungen abgeschlossen. Auch die Häuserbewertung läuft deutlich anders. Meines Wissens nach werden in den USA Häuser mit einem fixen Prozentsatz besichert (z.b. 80 %). Steigt der Wert des Hauses während der Laufzeit des Kredites, so wird häufig auch der Kreditbetrag ausgeweitet und wieder auf 80 % des aktuellen Marktwertes abgeschlossen. Dieser Mechanismus funktioniert allerdings nur bei steigenden Häuserpreisen. Sinkt der Preis, so entstehen Kredite mit geringen Sicherheiten und die Kreditnehmer müssen entweder weitere Sicherheiten zur Verfügung stellen (dies ist jedoch meist nicht möglich) oder die Immobilie muss verkauft werden. Es bleibt abzuwarten, ob die Kreditvergabepraxis in den USA weiterhin mit diesen Mechanismen funktionieren wird oder ob die Banken das System doch eher dem europäischen Raum anpassen.

    Viele Grüße
    Florian Maier

  3. Pingback: Welche Auswirkungen hat die Kreditkrise auf Hedge-Fonds? | Börseninformationen

  4. Holger

    11. Juni 2008 at 16:13

    […]Der eigentlich unter dem Namen “Federal National Mortgage Association” firmierende Investor hat es sich zur Aufgabe gemacht, privaten Hausbesitzern in den USA bezahlbare Kredite zu verschaffen.[…]
    Stimmt ;)

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