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US-Immobilienkrise fordert erste Opfer

By on 5. November 2007

Die weitläufige Immobilienkrise in den USA fordert nun reihenweise ihre Opfer bei deutschen Finanzhäusern. Aufgrund von leichtfertigen Kreditvergaben auf dem US-Immobilienmarkt haben sich zahlreiche Banken und Investorengruppen mächtig die Finger verbrannt. Dass dieses fast zu einer existenzbedrohenden Krise ausartet, hätten die Landesbank Sachsen oder die Mittelstandsbank IKB wohl in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet. Die gesamte Führungsetage der Sachsen LB und Sachsens Finanzminister Metz mussten daraufhin ihren Hut nehmen. Nur durch Zuschüsse der jeweiligen Bundesländer konnte die Schieflage bei den Banken behoben werden.
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen werden jetzt die Ausmaße der Krise bei den Banken im Detail sichtbar. Mit einem blauen Auge ist die Deutsche Bank davon gekommen. Trotz Verlusten auf dem Investitionssektor konnten große Abschreibungen vermieden und ein „zufriedenstellendes Ergebnis“ (Ackermann, Chef der Deutschen Bank) erzielt werden. Wesentlich härter trifft es die Citigroup in Deutschland, ein Gewinneinbruch von sechs bis sieben Milliarden sowie Abschreibungen in noch unbekannter Höhe belasten das Quartalsergebnis erheblich. Besonders die milliardenschweren Abschreibungen, die einen Werteverlust des Unternehmensvermögens bezeichnen, zwangen Citigroup-Chef Charles Prince zum Rücktritt. Auf dem Börsenparkett geht man davon aus, dass dies nicht der letzte Rücktritt gewesen sei.

Um weitere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zu verhindern, wollen mehrere Banken einen 80-Milliarden-Fonds zur Abfederung der Kreditkrise gründen. Welche Banken sich aber an dem Fonds beteiligen, ist noch unklar. Es bleibt spannend zu beobachten, ob die schlimmste Krise nun überwunden ist oder ob noch weitere Köpfe rollen werden.

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