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Junk-Anleihen werden zunehmend gemieden

By on 18. Februar 2008

Risikobehaftete Wertpapiere erhalten immer größere Risikozuschläge

Die beiden Begriffe „Yunk-“ und „High-Yield-Anleihen“ bezeichnen zwei Aspekte desselben Anlagemodells. Kunden von Yunk-Anleihen spekulieren einerseits auf gute Zinsen für das von ihnen eingesetzte Geld. Aber dafür besteht ihr Risiko darin, dass sie das eingesetzte Geld möglicherweise überhaupt nicht mehr zurückbekommen. Denn man belegt nur solche Anlagen mit dem unschönen Wort „Junk“ (dt. etwa „Müll“), deren Emittenten über eine geringe Bonität verfügen. Solche Emittenten können beispielsweise Firmen mit Liquiditätsproblemen sein, die ihre Zahlungsfähigkeit mit der Herausgabe von Anleihen kurzfristig überwinden wollen. Geht eine solche Firma pleite, könnten die Gläubiger leicht auf ihren Schulden sitzen bleiben. Für dieses Risiko bekommt der Anleger natürlich, und dies ist die Bedeutung der anderen Bezeichnung „High-Yield“, meist einen für Anleihen sehr hohen Zinssatz.
Tatsächlich werden auf diese Anleihen – der deutsche Name dafür heißt übrigens schlicht „Schrottanleihen“ – angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage höhere Zinsen gezahlt. Große Bankhäuser wie die Schweizer UBS gehen davon aus, dass die Ausfallrate bei Junk-Anleihen im Jahresmittel für 2008 bei rund acht Prozent liegen dürfte. Das wäre eine enorme Verschlechterung, denn momentan liegt die Rate bei lediglich einem Prozent. Im Gegenzug werden bei vielen Anleihen bereits großzügige Risikoaufschläge gezahlt. Bei Anleihen privater Emittenten in den USA beträgt die Differenz zu den Staatsanleihen momentan bis zu sieben Prozent (NZZ).
Die Neue Zürcher Zeitung vermutet, dass diese Verschiebung gerade im Charakter der Junk-Anleihen als risikostarke Anlagen begründet liegt, da die Kreditkrise vor allem durch riskante Investements ausgelöst worden sei, setzen Investoren demnach jetzt verstärkt auf sichere Pferde.

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