Don't Miss

Verhaltene Erholung nach Leitzinssenkung

By on 22. Januar 2008

Die Reduktion des Leitzinses um 0,75 Prozent durch die US-amerikanische Notenbank bringt den Dax jedoch nicht ins Plus.
Der Deutsche Aktienindex schließt auch am Dienstag mit einem Minus von 0,31 Prozentpunkten. Etwas besser schneiden im Index die Unternehmen ab, deren Profit nicht direkt von den globalen Aktienmärkten betroffen ist. So verbesserte sich der TecDax deutlich um 3,54 Prozent. Der Verlierer des gestrigen Tages, die Hypo Real Estate, konnte sich mit einem Plus von 6 Prozent etwas erholen.
Die FED hatte am Dienstag Sorgen um eine Rezession in den USA als Grund für die Leitzinssenkung genannt. Die Financial Times Deutschland spekuliert, dass diese schnelle Reaktion der Fed jedoch vor allem der Sorge um die Aktienmärkte geschuldet gewesen sei. Wäre es ihm allein um eine Belebung der Konjunktur gegangen, hätte FED-Chef Ben Bernanke mit der Anpassung auch bis zur nächsten Woche warten können.
Die erwähnte Uneinheitlichkeit der Kurse könnte ein wichtiger Hinweis für Anleger sein, die auch in den nächsten Monaten in Aktien investieren wollen; womöglich könnten künftige Kursverluste vor allem Finanztitel betreffen. Dieser Linie folgt Henning Gebhardt in einem heute erschienen Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als ein Problem für die allgemeine „Ausverkaufsstimmung“ nennt er auch die zweifelhafte Informationspolitik vieler börsennotierter Unternehmen. So habe zum Beispiel die Hypo Real Estate nicht über die gravierenden Risiken einiger ihrer mit AAA-Gütesiegel bewerteten Papiere informiert. Obwohl Gebhardt zu „defensiven“ Titeln wie etwa aus der Chemie-Industrie rät, geht auch er nicht von einer zwangsläufigen längeren Börsenkrise aus. Auch die Neue Zürcher Zeitung mahnt zur Besonnenheit. Sie weist darauf hin, dass sich momentan wesentlich mehr Kapital außerhalb des Marktes befindet, als dies für die professionellen Anleger auf Dauer sinnvoll wäre. Tritt also wieder eine gewisse Erholung ein, könnte ein positiver Rückkopplungseffekt auch diese abgezogenen Ressourcen dem Aktienmarkt zurückbringen.

2 Comments

  1. Investors Inside

    31. Januar 2008 at 17:20

    Wie man am gestrigen Kursverlauf deutlich sehen kann war die Senkung des US Leitzinses um 50 Basispunkte schon im Markt eingepreist. Die kurze und heftige Aufwärtsbewegung innerhalb von wenigen Minuten um 200 Punte im Dow Jones wurde sofort wieder abverkauft, und letztendlich schloss der Index dann 0,3 Prozent im Minus. Die Amerikaner haben das Vertrauen in Ihre FED verloren. Wahrscheinlich sogar zu Recht unter einem Präsidenten der schon jetzt in die Geschichte als schlechtester Amtsinhaber aller Zeiten eingehen wird. Weitere Zinschritte wurden angedeutet, auch das halte ich für einen Fehler, denn diese werden dann ebenso wieder verpuffen wenn der Markt sie bereits vorher eingepreist hat, und lösen nicht das eigentliche Problem.

  2. Pingback: | Das Börsen-Blog

You must be logged in to post a comment Login

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.