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MF Global: Amerikas erstes großes Unternehmen bricht mit der Eurokrise ein

By on 11. November 2011

Das erste große amerikanische Opfer der europäischen Schuldenkrise ist hoffentlich ein Weckruf für die Börse generell, höchstwahrscheinlich wird jedoch niemand etwas daraus gelernt haben. Wie es zum Bankrott kam und was er für Folgen hatte, haben wir in einer Übersicht zusammen gestellt.

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Wieder einmal waren es die Staatsanleihen, die für den Zusammenbruch gesorgt haben, eine Investition, die vor allem deshalb den Bach runter ging, weil die Erwartungshaltung an den Markt zu optimistisch war und fallende, selbst stagnierende Werte nicht einkalkuliert wurden.

Jon Corzine war eigentlich ein kühler Kopf, war im amerikanischen Fernsehen nach der Krise 2008 sogar mehrmals dafür laut geworden, dass Firmen und Anleger eben keine riskanten Investitionen machen sollten, weil gerade das für eine Finanzkrise sorgen würde. Knapp 3 Jahre später hat ihn genau das in die Knie gezwungen, zu hohe, unsichere Staatsanleihen haben MF Global ruiniert, Jon Corzine tritt ab, der Markt ist schockiert, Finanzexperten weniger, denn wer große Risiken eingeht, um möglichst schnell möglichst viele Gewinne zu machen, muss bei einer Niederlage zwangsläufig mehr zahlen, als jemand, der eine Stagnation, wie sie derzeit an der Börse vorhält, abwartet und sicher investiert.

Das Problem bei Zusammenbrüchen wie MF Global ist natürlich, dass in den meisten Fällen auch andere Unternehmen mitreißt und die Börse generell erschüttert.

MF Global Verlust als Chance sehen

Drei Punkte werden vorwiegend genannt, wenn es darum geht, aus dieser Pleite Schlüsse zu ziehen:

1. Unternehmen müssen ihre finanzielle Lage klarer und ehrlicher offen legen, so dass die Börse dementsprechend reagieren kann. Ein Grund, warum die allseits diskutierte Selbstregulierung der Börse derzeit nicht zu greifen scheint, ist die Tatsache, dass der Bankrott großer Unternehmen mit vielen Investoren erst dann an die Öffentlichkeit kommt, wenn es zu spät ist und das Geld der Investoren verloren ist.

2. Langfristigkeit sollte das Ziel sein im Gegensatz zu kurzfristigen Gewinnen, denn genau dadurch werden Risiken eingegangen, deren Folgen kaum zu regulieren sind, mittlerweile gleicht die Börse fast schon einer Spielhalle, wo extrem hohe Einsätze ohne Sicherheit eingesetzt werden.

3. Die Richtlinien für die Börse sind zwar gesetzt, aber werden selten bei Verstoß rechtlich geahndet, obwohl manch ein Steuerhinterzieher weniger Opfer fordert, als ein Unternehmen, das die Gelder seiner Kunden dafür verwendet, die eigene Pleite hinaus zu zögern, ja, sie auch noch riskant investiert, so dass bei einer Pleite die Anlagegelder im Äther verdampfen. So gehen viele davon aus, dass Corzine zwar vor Gericht gehört, aber sicher niemals dort landen wird.

Die Finanzkrise geht also weiter, doch vielleicht, nur vielleicht sehen nun auch die großen amerikanischen Unternehmen ein, dass Europa nicht allein davon betroffen ist und dass es einer Umstrukturierung des Marktes bedarf, um sich wirklich selbst wieder auf die Beine zu bringen.

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