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Kunst als Geldanlage?

By on 11. Januar 2008

Eines der teuersten deutschen Gemälde, der „Düsenjäger“ von Gerhard Richter, brachte es bei einer Auktion von Christie’s kürzlich auf einen Preis von 7,7 Millionen Euro (Tagesspiegel). Angesichts solcher Summen stellt sich die Frage, ob Kunstwerke Preisschwankungen unterliegen, welche die Spekulation mit ihnen sinnvoll machen. Tatsächlich ist das spekulative Kunstsammeln zumindest im angelsächsischen Raum weit verbreitet.
Den Unterschied zwischen konventionellen Geldanlage wie Aktien und Edelmetallen zu Kunstobjekten erhellt ein Interview der Frankfurter Allgemeine Zeitung mit dem Sammler Wolfgang Wilke . Wilke nennt zwei Wege, mit dem Kauf und Verkauf von Bildern Geld zu verdienen. Insbesondere bei Werken von noch unbekannten Künstlern kann der Käufer sein Expertenwissen nutzen. Hält er ein Bild für wertvoller als der Verkäufer, und hat er (bezogen auf den späteren Verkaufswert des Bildes) damit Recht, so eröffnet sich ihm die Möglichkeit eines großartigen Geschäfts. Der Tagesspiegel berichtet vom Verkauf eines Gemäldes von Emil Nolde für 1,8 Millionen Euro im Jahre 2007, nachdem das Stück kurz nach dem Krieg für umgerechnet ca. 3000 Euro erworben worden war. Natürlich handelt es sich hierbei um Einzelfälle, bei denen vor allem eine Menge Glück im Spiel war. Insbesondere hilft es kaum weiter, die Börsennachrichten zu studieren; am ehesten kann man sich auf den großen Kunstmessen wie der Art Basel einen Überblick über das Angebot verschaffen. Vielleicht effektiver ist es, private (und wenig sachkundige) Verkäufer außerhalb der professionellen Großveranstaltungen aufzuspüren. Diese Form der Geldanlage ähnelt also eher der Tätigkeit eines Gebrauchtwagenhändlers, der besser als seine Kunden über den Zustand der Autos Bescheid wissen muss.
Daneben lässt sich aber auch mit Bildern spekulieren, die bereits einen etablierten Marktwert haben. Die Spekulation bezieht sich in diesem Fall auf den künftigen Marktwert, der nicht nur von der Qualität des Bildes, sondern auch von ästhetischen Trends und der Nachfrage nach Kunst im Allgemeinen abhängig ist. Um solche Nachfrageverschiebungen auszunutzen, muss man natürlich einige Zeit abwarten. Ein Kunstsammler tätigt daher in der Regel eine langfristige Investition. In der Zwischenzeit kann man sich damit trösten, dass die Geldanlage nicht nur Rendite bringt, sondern auch das eigene Wohnzimmer verschönern kann.

One Comment

  1. jmeyer

    2. April 2008 at 13:17

    In diesen Größenordnungen kann man gewiss von Einzelfällen sprechen. Schließlich bedarf es einiges an Kapital, um in der heutigen Zeit noch entsprechende Investments tätigen zu können. Des Weiteren schadet es auch nicht, sich in der Szene auszukennen, schließlich ist die Rendite erst dann erzielt, wenn man für die eigenen Objekte einen Käufer findet.

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