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Gemischte Bilanz bei Genussscheinen

By on 3. Mai 2008

Als Alternativen zu Aktien sind momentan vor allem Anleihen populär. Bloomberg berichtete jüngst, dass in 2007 Papiere im Volumen von 180 Milliarden US-Dollar auf den Markt gekommen seien und zu einem durchschnittlichen Zinssatz von acht Prozent verzinst wurden. Andere Anleihen wie Staatsanleihen (Bundesschatzbriefe in Deutschland) bieten hingegen keine so große Rendite.

Ein interessantes Zwischending ist da der Genussschein. Er bringt zwar kein Stimmrecht mit sich, aber dafür eine Gewinnbeteiligung am Unternehmen. Bei den sich stark unterscheidenden Vertragsbedingungen ist häufig eine recht hohe Rendite garantiert. Beispielsweise lassen manche Emittenten zwar die Scheineigner an etwaigen Verlusten zunächst teilhaben, reichen die verabredete Rendite im Rahmen eine Nachzahlungsverpflichtung aber später nach. Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit: Denn die nachgeholten Zahlungen belasten das Ergebnis des Unternehmens zum Zeitpunkt der Nachzahlung. Auf diesem Wege werden spätere Gewinne für die Scheineigner durch frühere Verluste wieder aufgefressen (FAZ). In Zeiten der Kreditkrise schwächeln vor allem die Genussscheine von Banken. Ein besonders krasses Beispiel ist hier die IKB. Bei illiquiden Unternehmen können Aktien sogar ein geringeres Risiko haben: Denn im Falle einer Unternehmensauflösung werden Genusscheininhaber nachrangig gegenüber anderen Gläubigern bedient.

Das am TecDax gelistete Drägerwerk ist ein weiteres Beispiel für die Risiken von Genussscheinen. Seit Oktober letzten Jahres ist der Aktienkurs des Herstellers von Medizin- und Sicherheitstechnik von 70 auf jetzt (2.5.) nur noch 42 Euro abgestürzt. Dieser Kursverlust ist voll auf den Genusscheinkurs durchgeschlagen. Im zweiten Quartal 2007 waren die Titel noch bei über 100 Euro und rutschten Anfang Februar bis unter die 70-Euro-Marke. Trotzdem gibt es für den vom Drägerwerk ausgegeben Schein 7,5 Prozent Rendite.

Mit der Allianz fährt man ebenfalls gut: Das am Börsenwert gemessen größte deutsche Unternehmen bot auf seine 6 Millionen ausgegebenen Genussscheine (Nennbetrag je Stück 5,12 €) in den letzten, krisengeschüttelten drei Monaten 1,78 Prozent Rendite. Die Mindestausschüttung beträgt fünf Prozent des Nennbetrages.

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