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Derivat

By on 8. März 2008

Das Derivat ist eine Anlageform, deren Wertbildung von einer frei zu definierenden Bezugsgröße abhängt. Ein solcher Wert muss kein käufliches Gut sein, man kann Derivate also auch als reine Wetten auf irgend ein Ereignis wie das Wetter abschließen. In der Finanzwelt bedeutsam sind jedoch auch Derivatgeschäfte, welche tatsächlich den Kauf des preisbildenden Gutes involvieren.

Ein solches Gut können auch Aktien sein. Von einem Derivat spricht man zum Beispiel dann, wenn der Kauf nicht sofort getätigt, sondern für einen bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis vereinbart wird (Festgeschäfte). Profitabel ist das Geschäft dann, wenn der Wert des Gutes über dem bei Vertragsabschluss vereinbarten Preis liegt. Ein wichtiger Unterschied zum Aktienkauf: In der Zeit zwischen dem Abschluss des Derivatgeschäftes und dem Eintreten des vereinbarten Kaufzeitpunktes setzt der Derivatnehmer nicht sein eigenes Kapital ein. Man kann sein Geld also anderweitig einsetzen, bzw. muss kein Fremdkapital für die Anlage aufbringen.

Wenn der Basiswert hingegen fällt, muss man zusehen, wie das eingesetzte Kapital schwindet und schwindet. Bei dieser sehr spekulativen Anlageform ist Expertenwissen über den wahrscheinlichen Wertverlauf des Basiswertes innerhalb der Vertragslaufzeit also extrem wichtig, weil man nicht kurzfristig aussteigen kann. Wer sich diesem Risiko nicht aussetzen will, kann auch eine Option erwerben, welche einen Kauf zu einem Zeitpunkt lediglich ermöglicht. Natürlich muss man für dieses Recht Geld einsetzen, was bei einem negativen Kursverlauf dann ebenfalls zum Fenster hinausgeworfen wurde.

Neben solchen asymmetrischen Vetragsformen gibt es auch die Möglichkeit von Tauschgeschäften, den so genannten Swaps. Hier zahlen beide Vertragsparteien einander Zinsen auf einen bestimmten Nennwert, etwa eine Währung oder ein Aktienindex. Der Zinssatz kann in einem Fall variablel und im anderen fest sein. Zum Beispiel kann man von der Bank Zinsen auf einen bestimmten Nennwert erhalten, die sich nach dem Kursverlauf des DAX richten. Im Gegenzug muss man der Bank Zinsen in der aktuell für Kredite üblichen Höhe auf einen (nicht ausgezahlten) Geldwert zahlen. Mit anderen Worten: Man spekuliert ohne anfänglichen Einsatz von Geld einfach auf den Kursverlauf des DAX und profitiert, wenn der DAX schneller wächst, als sich ein bestimmtes Geldvermögen durch Zinsen vermehren würde.

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