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Casino-Krise: Warum immer mehr Spielbanken schließen

By on 17. März 2014
Spielautomaten in einem Casino

Die Einsätze werden weniger, die Umsätze gehen zurück: deutsche Casinos und Spielbanken stecken in einer tiefen Krise. Nicht wenige Casinos mussten ihre Türen für immer schließen, viele mussten massiv Stellen abbauen. Doch woran liegt das?

Gewaltiger Umsatzrückgang seit 2008

2008 kann als das Jahr angesehen werden, in dem eine Trendwende für die Spielbanken eingeleitet wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurden das Nichtraucherschutzgesetz und der Glücksspielstaatsvertrag eingeführt. Seither geht das Geschäft immer weiter zurück, viele und auch renommierte Häuser mussten schon schließen. Die Brutto-Spielerträge reduzierten sich seither um 42 Prozent und die Gästeanzahl um 33 Prozent. Waren im Jahr 2008 noch 78 Spielbanken auf dem Markt, konnten 2013 noch 71 ihren Spielbetrieb aufrechterhalten – Tendenz fallend. Die Ursachen sind zum einen im Werbeverbot, das im Glücksspielstaatsvertrag festgelegt wurde, zu suchen. So dürfen die Spielbanken keine eigenen Internetspiele anbieten. Zum anderen schreckte das strikte Rauchverbot in den Casinos viele Besucher ab. Alternativen finden sie in den mehr als 12.000 Spielhallen, die kein so ansprechendes Ambiente vorweisen können, aber weniger streng gehandhabt und kontrolliert werden.

Drastische Auswirkungen auf Kommunen

Unter dieser Entwicklung leiden aber nicht nur die Spielbank-Betreiber, auch die Kommunen, die sich bisher auf die üppigen Spielbank-Abgaben verlassen konnten, müssen Einschnitte hinnehmen. So leistete zum Beispiel der Betreiber West-Bank in Bremen erhebliche Zahlungen an die Stiftung „Wohnliche Stadt“, allerdings in immer geringerem Ausmaß. Konnte er im Jahr 2002 noch rund 25,2 Millionen Euro aus seinem Gewinn an die Kommune abführen, ging der Betrag 2013 auf 9,1 Millionen Euro zurück. Auch für die Zukunft zeichnet sich keine Trendwende ab, denn die Online-Casinos boomen genauso wie die Spielhallen, die wiederum Vergnügungssteuer abführen müssen. Das Bremer Casino steht nun genauso wie viele andere vor großen Herausforderungen, so dass auch die kommunale Stiftung die Entwicklung abwarten muss.

Strengere Regulierung Ursache für Casino-Krise

Mit der Einführung des Rauchverbotes kämpfen die traditionellen Spielbanken ebenso wie mit den strengen Auflagen des Glücksspielstaatsvertrages. So dürfen Sie weder eigene Internet-Spiele, wie zum Beispiel Roulette oder Poker, anbieten, noch auf die restriktiven Zugangskontrollen verzichten. Dem Staat und den Kommunen entgehen somit wichtige Steuereinnahmen, die die Vergnügungssteuer der boomenden und weniger streng kontrollierten Spielhallen nur begrenzt auffangen. Weitere Informationen zum Thema Glückspiel lesen Sie hier.

Bildurheberrecht: Dana Heinemann – Fotolia

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